Dec 06, 2019 Last Updated 11:01 AM, Dec 2, 2019

Hilfe für Betroffene in Mosul

Hilfe für Betroffene in Mosul

Mosul, mit ursprünglich fast drei Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Irak, wurde im Sommer 2014 vom „Islamischen Staat (IS)“ erobert und drei Jahre lang besetzt. Während des Terrorregimes waren die Bürger Mosuls einer extremen Form der Gewaltherrschaft ausgesetzt. Als die irakischen Streitkräfte Ende 2017 die Kontrolle über die Stadt wiedererlangten, war sie zu großen Teilen zerstört. Seit 2018 versorgen wir die Überlebenden mit medizinischer Behandlung und psychologischer Betreuung.

Die Folgen der Gewaltherrschaft in Mosul

Unter der Besetzung durch den IS waren die Bewohner von Mosul schweren und systematischen Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Zu den von den terroristischen Kämpfern begangenen Straftaten zählen Entführungen und willkürliche Inhaftierungen, Folter und unmenschliche Bestrafung, Massenhinrichtungen, Vergewaltigungen und sexuelle Versklavung sowie Zwangsarbeit und Rekrutierung von Kindersoldaten.

Die monatelange „Schlacht um Mosul" hinterließ neben einer fast komplett zerstörten städtischen Infrastruktur eine traumatisierte und oft körperlich beeinträchtigte Bevölkerung. Gleichzeitig sind die meisten Krankenhäuser und Gesundheitszentren zerstört oder geplündert und gibt es fast keine Angebote im Bereich der psychologischen Betreuung.

Unser Behandlungszentrum in Mosul

Im Herbst 2018 eröffneten wir ein Behandlungszentrum in Mosul. Zu uns kommen Menschen, die unter posttraumatischen Belastungsstörungen, Angstzuständen, Depressionen oder chronischen Schmerzen leiden. Unser Team versorgt sie mit medizinischer und psychologischer Behandlung sowie sozialen Hilfestellungen und Rechtsberatung.

„Wir tragen bereits einen Teil zur Verringerung des Leids einiger Menschen in der Stadt bei,“ erklärt Omer Taha, der Leiter des neuen Zentrums. „Durch uns erhalten sie Zugang zu kostenlosen Medikamenten, die sie dringend benötigen und sonst nicht leisten könnten. Sie können über die Erlebnisse während der IS-Besatzung und dem Befreiungskrieg sprechen. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda kommen nach und nach immer mehr Menschen. Allerdings fehlen auch unserem Zentrum die Mittel, um schwere Krankheiten behandeln zu können."

Wie Sie helfen können

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie den Aufbau einer friedlichen und freien Gesellschaft im Irak. Sie ermöglichen damit langfristige und sichtbare Veränderungen für Menschen, die nach Gewalt und Krieg in ein gesundes und eigenständiges Leben zurückfinden wollen. Zum Spendenformular gelangen Sie hier.