Ein Heilgarten für Chamchamal

Ein neues Projekt der Jiyan Foundation ist der Bau eines therapeutischen Gartens für Frauen und Kinder in Chamchamal. Als erster seiner Art bietet der Heilgarten einen geschützten Raum für Frauen und Kinder, sowie für junge Menschen, die häusliche Gewalt, Missbrauch oder andere Menschenrechtsverletzungen erlitten haben. Zusammen mit Ihrer Hilfe können wir Leid und Schmerz lindern und neue Perspektiven eröffnen!

Der Garten

Unser Garten bietet Betroffenen und ihren Familien einen geschützten Ort zum Erholen und Genesen. Mittels Gartentherapie und Gruppenarbeit zeigen wir unseren Klienten Wege auf, ihr Leid zu verarbeiten. Für Kinder bietet ein Streichelzoo die Möglichkeit, durch tiergestützte Behandlungsverfahren ihre Ängste und Sorgen zu bewältigen.

Das Seminarhaus: Kulturelles Erbe erhalten

Ein Seminar- und Gästehaus im Heilgarten soll einen Raum für gemeinsames Lernen, Diskutieren und Kraft tanken bieten. Die Räumlichkeiten werden für Therapie, aber auch für Teamtrainings und Seminare genutzt, die Themen wie Gesundheit, Recht und Gerechtigkeit, traditionelle Architektur und Kunsthandwerk, Umweltschutz und Nachhaltigkeit sowie Unternehmertum umfassen werden.

Traditionelle und nachhaltige Architektur wiederbeleben und fördern

Alle Gebäude auf dem Gelände des Heilgartens werden aus nachhaltigen Materialien wie Lehm, Ziegel und Holz, hergestellt und schaffen so eine Verbindung zwischen der traditionellen kurdischen Bauweise und zeitgenössischer Lehmarchitektur. Moderne Glas- und Betonbauten werden trotz ihrer mangelnden Nachhaltigkeit immer beliebter in der Region, da immer weniger Menschen die Arbeit mit Lehm beherrschen. Jedoch weisen traditionelle Bauten eine bessere Isolation auf, sodass Häuser auf natürliche Weise im Winter Wärme speichern und im Sommer kühl bleiben. Dank des heutigen Wissensstands kann Lehm langlebig bearbeitet und somit der Eingriff in die Umwelt erheblich verringert werden. Konstruktionen dieser Art könnten als Vorbild für eine umweltschonende Entwicklung des Bauwesens in der Region dienen.

 

Zurück zur traditionellen Handwerkskunst

Im Heilgarten bieten wir Kurse in traditioneller Handwerkskunst wie Nähen, Stricken, Töpferkunst und Teppichknüpfen für betroffene Frauen an. Derartige handwerkliche Kenntnisse schwinden zunehmend, da sich immer weniger Menschen dazu entscheiden, diese Fertigkeiten zu erlernen. Die Kurse helfen nicht nur, kulturell wertvolle Kunstformen zu erhalten, sondern haben ebenso einen therapeutischen Nutzen für unsere weiblichen Klienten.

Umweltbewusstsein fördern

Unser Heilgarten bietet den perfekten Ort, um den dringend erforderlichen Diskurs zum Thema Klimawandel, erneuerbare Energien und Umweltschutz in der Region zu eröffnen. In unserem Garten stellen wir eine vielfältige Auswahl an nachhaltigen Modellen in Bereichen wie Gärtnerei, Imkerei, Wohnungsbau und Heizungsanlagen vor. Unser deutscher Partner BORDA hat eine Biogasanlage errichtet, mit deren Hilfe Energie aus den Abfallprodukten von Pflanzen, Tieren und den Gästen des Gartens gewonnen werden kann. Lokales Personal wurde in der Instandhaltung und Wartung unterwiesen, um so die nötigen Kenntnisse zum Betreiben der Anlage zu sichern und zu verbreiten.

Ein weiteres Thema ist die Wassersicherheit. In den letzten Jahren hat auch Kurdistan abnehmende Regenmengen gesehen. Daher ist es wichtig, das Grundwasser zu schützen. Die Pflanzen und Tiere benötigen jedoch viel Wasser. Umso glücklicher ist hier der Umstand, dass unter dem Garten ein Abwasserkanal verläuft, der Grauwasser aus den umliegenden Wohnhäusern abtransportiert. Zusammen mit BORDA errichten wir eine dezentrale Abwasseraufbereitungsanlage, die täglich 100 Kubikmeter Wasser reinigen wird. Dies reicht aus, um den gesamten Jarten mit sauberem Wasser zu versorgen.

Unsere Partner

Dank der Unterstützung durch unsere Partner Misereor, die Stiftung Wings of Hope und Ein Herz für Kinder sowie eine private Unterstützerin stehen bereits über 240.000 € zur Verfügung um den Heilgarten zu realisieren und über die ersten drei Jahre die zentralen Bestandteile des Gartens zu bauen und zu erhalten. Private Spenden haben bereits 25.000 € zum Projekt beigetragen.

Das Berliner Architekturbüro Ziegert | Roswag | Seiler Architekten Ingenieure unterstützt die Planung, Gestaltung und den Bau der Lehmbauten. Vier Masterstudenten erarbeiten im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten die Landschaftsarchitektur sowie die Konstruktion der Gebäude auf dem Gelände. Akademisch betreut werden sie von Prof. Ralf Pasel, Leiter des Fachgebiets Entwerfen und Baukonstruktion (CODE) am Institut für Architektur der TU Berlin, Prof. Bernd Rudolf, Lehrstuhlinhaber Bauformenlehre an der Bauhaus-Universität Weimar, sowie von Dipl.-Ing. Eike Roswag. Das Artikelbild zeigt das von den Studenten entworfene Modell, welches sie am 14. Oktober 2016 vorstellten. Die Arbeit wurde mit einer 1,0 bewertet und gewann im Februar 2017 den Publikumspreis im BauNetz Campus Master Wettbewerb. Vor Ort wird das Projekt vom Bauingenieur Kamaran Mustapha Mohammed begleitet.

Die gemeinnützige Organisation Bremen Overseas Research & Development Association (BORDA) erstellt für das Projekt kostenfrei die Pläne einer Pflanzenkläranlage und bezuschusst den Bau. Darüber hinaus wird nach Betriebnahme des Gartens eine Biogasanlage errichtet. Die Mitarbeiter lernen den Umgang und die Instandhaltung, um aus den Abfällen saubere Energie zu gewinnen.

Wie Sie helfen können

Um alle Pflanzen, Bäume und Tiere des Heilgartens mit sauberem Wasser zu versorgen, wird die Kläranlage pro Tag ca. 100 Kubimeter Schmutzwasser aus der Kanalisation entnehmen und dieses reinigen. Die Gesamtkosten dieser Anlage betragen ca. 160.000 Euro. Derzeit fehlen uns lediglich 50.000 Euro um den Bau zu realisieren. Helfen Sie mit Ihrer Spende! Spendenstichwort: Frischwasser. 

Weiterführende Informationen

Um mehr über das Projekt zu erfahren oder hierüber berichten möchten, kontaktieren Sie uns gerne über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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