Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und Ulrike Scheffer vom Tagesspiegel diskutieren Hilfe für Syriens Nachbarländer

Am 12. April diskutierten Tanja Gönner von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und Salah Ahmad von der Jiyan Foundation beim Berliner Tagesspiegel unter Moderation der Journalistin Ulrike Scheffer die Situation der Flüchtlinge in den Nachbarländern Syriens.

Minister Müller appellierte an die internationale Gemeinschaft, ihre finanziellen Versprechen einzuhalten um den aufnehmenden Ländern die Versorgung der Menschen aus Syrien zu ermöglichen. Bislang stehen dem UNHCR nur 7% der benötigten Mittel für 2016 zur Verfügung. Dabei kann auch die Zivilgesellschaft helfen, indem sie die Länder kontinuierlich auffordert, ihre Versprechen wahrzumachen. "Wer sich nicht solidarisch gibt, muss fühlen", so der Minister. Wenn die 28 Länder der EU es nicht schaffen, 10 Milliarden Euro für die Hilfe in der Region aufzubringen, werden die Flüchtlinge weiterhin gezwungen sein den Weg nach Europa anzutreten. Dies ist viel weniger eine freiwillige Entscheidung, sondern der mangelnden Versorgung und den unmenschlichen Lebensbedingungen vor Ort geschuldet.

Salah Ahmad und Tanja Gönner erklärten anhand praktischer Beispiele den rund 130 Gästen, wie im Nordirak, der Türkei, im Libanon und in Jordanien die Flüchtlinge aufgenommen und in die Gesellschaft nach Möglichkeit integriert werden. So unterrichtet etwa die Türkei vormittags türkische, nachmittags syrische Kinder in den Schulen.

Traumata und die Ungewissheit, Kälte und Regen im Winter, sowie Hitze im Sommer belasten die Geflüchteten schwer. Viele Kinder haben schwere Gewalt erlebt und Familienangehörige verloren. Neben der Verbesserung der äußeren Lebensumstände ist hier besonders auch die psychologische Betreuung der Menschen wichtig. So werden sie auch befähigt, nach Ende des Konflikts eine friedliche Gesellschaft in Syrien aufzubauen. Sie können hier den Artikel im Tagesspiegel lesen.

 Panel discussion at Der Tagesspiegel